Der Reifen macht‘s!

Radfahren soll Spaß machen!
Und das geht nur, wenn das Rad leicht fährt. Das hat schon jeder so erfahren, doch nur einige fahren mit einem leicht rollenden Rad durch die Gegend. Bei fast allen Rädern ließe sich mit einfachen Mitteln noch einiges herausholen und der Fahrspaß nachhaltig erhöhen. Denn die Hauptursache für zu schweres Fahren sind die Reifen - warum?

Der Reifen stellt den Kontakt des Fahrrades zum Untergrund her. Beim Fahren entsteht Reibung, die die Effektivität des Vorankommens mindert. Wir wollen diese Reibung verringern. Wo entsteht die Reibung?

  • Klar, der Reifen drückt sich auf den Boden und hebt sich durch die Drehung wieder ab. Dabei reibt er auf dem Untergrund; erst recht, wenn der Reifen auch noch das Rad und den Fahrer antreiben soll, sich also den Boden stemmt und sich schneller drehen will, als er es in diesem Moment tut (Beschleunigung). Leicht zu erkennen ist, dass wenn die Fläche mit der der Reifen auf dem Grund steht möglichst klein ist er leichter rollt. Kleine Fläche - wenig Reibung - leichtes Fahren.

  • Es entsteht aber auch dadurch Reibung, dass der Reifen durch das auf ihm lastende Gewicht eingedrückt wird. Hierbei wird Material verformt, gewalkt. Das erfordert Energie, die wir durch unser Treten aufbringen müssen. Deutlich wird: Wenig Walken - wenig Reibung - leichtes Fahren.

  • Darüber hinaus wollen wir das Rad, und damit auch die Bereifung aus dem ruhenden in den bewegten Zustand versetzen. Dazu müssen wir Masse beschleunigen. Und zwar einerseits in die einfache Vorwärtsbewegung und andererseits in die Drehbewegung.

  • Bei der Beschleunigung macht es einen großen Unterschied, ob es sich um ein großes oder kleines Gewicht handelt. Geringes Gewicht - wenig Beschleunigungskräfte - leichtes Fahren.
Dem Reifen mit dem Schlauch kommt hier eine besondere Rolle zu, weil er ganz am äußeren Rand der sich drehenden Teile befindet. Hier macht es einfach den größten Effekt, wenn das Gewicht reduziert wird. Wenn man bei Reifen und Schlauch schon das Optimum herausgeholt hat, käme folgerichtig das Felgenband, die Felge und dann die Speichennippel...

Maßnahmen

  • Grundsätzlich gilt, dass ein Reifen immer stramm aufgepumpt werden soll, damit die Auflagefläche möglichst klein ist. Dazu wird eine gute Pumpe benötigt. Wir empfehlen eine Standluftpumpe mit Druckanzeige, um leicht den erfordelichen hohen Druck zu erzeugen. Wie hoch der Druck bei Ihrem Reifen sein muss steht seitlich auf dem Reifen selbst. (Touringreifen von 37 bis 42 mm Breite - 4,5 bis 6,0 bar. Stadt-, Touringreifen 47 bis 50 mm - 4,0 bis 4,5 bar. Stadtreifen 60 mm - 3,0 bar. Rennradbereifung 23 mm - 8,0 bar. Mountainbike im Gelände 2,0 bis 3,0 bar.)
    Pumpen Sie Ihr Rad wenigstens einmal im Monat auf! Das Prüfen des Reifendrucks mit dem Daumen reicht nicht. Was sich stramm anfühlt, ist meistens noch zu schlapp. Außerdem fühlen sich unterschiedliche Reifen verschieden fest an.

  • Wir wollen erreichen, das möglichst wenig Walkarbeit verrichtet wird. Das haben wir schon durch einen hohen Reifendruck erreicht. Doch für Alltagsfahrer gibt es noch eine Möglichkeit: Breite Reifen!
    Das hört sich widersprüchlich an, ist es aber nicht, denn breite Reifen rollen bei ähnlichem Luftdruck leichter als schmale. Das liegt daran, dass die Fläche mit der der Reifen aufliegt bei gleichem Gewicht immer gleich ist. Der Unterschied liegt darin, dass ein schmaler Reifen tiefer eingedrückt werden muss, um diese Fläche zu erzeugen. Und tieferes Eindrücken bedeutet, dass mehr Material gewalkt werden muss. Wenn jetzt der breite Reifen auch noch dünnere Seitenwände hat und dadurch weniger Material bewegen muss, ergeben sich deutliche Vorteile für den breiten Reifen. (Dieser Vorteil hebt sich erst dann auf, wenn durch hohe Geschwindigkeit der Luftwiderstand zu groß wird. Das spielt aber nur bei wirklich sportlich genutzten Rädern eine Rolle.)
    Wir empfehlen den Big Apple von Schwalbe und weisen auch auf den erheblichen Gewinn an Fahrkomfort hin, der durch breite Reifen erzielt wird.
  • Bei diesem Punkt müssen in der Regel Kompromisse eingegangen werden. Wenn ein Reifen Gewicht sparen soll, wird er dünnwandiger und dadurch auch empfindlicher gegen Verletzungen durch Fremdkörper. Es wird aber je nach Einsatzgebiet mehr oder weniger Schutz gegen "Plattfuß" benötigt. In der Stadt ist ein guter Schutz sehr wichtig. Auf Landstraßen liegt meist nicht so viel herum und Pannen sind seltener. Jede/r muss selbst entscheiden, wie er/sie abwägt: Leichtes Fahren oder Pannenschutz. Neu bei Schwalbe sind sehr leichte Schutzeinlagen aus extrem festen Vectranfasern, die sehr eng verwoben sind.

    Ohne Beeinträchtigung der Pannenfestigkeit lassen sich leichte Schläuche in jedem Reifen montieren: Eine preisgünstige Möglichkeit, den Leichtlauf zu verbessern.
So kann's kommen

Zu geringer Luftdruck bedeutet nicht nur, dass das Fahren schwer wird. Es hat auch zur Folge, dass Reifen Schlauch vorzeitig verschleißen oder beschädigt werden:


Wenige, große Risse
durch zu geringen Luftdruck



Diagonale Walkspuren an Reifen
und Schlauch (unten)
durch zu geringen Luftdruck


Abriebspuren neben der Laufflächen.
Grund: Dauerhaft zu geringer Luftdruck


Viele kleine Risse durch Überalterung und/oder schlechte Qualität.


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